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Die betrogenen Pferde - Pinneberger Tageblatt
 

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13.03.2009

"Seute Popp" wohlbehalten zurück

Nach knapp drei Monaten Pension auf einem vermeintlich großzügigen Anwesen findet Birgit H. ihre abgemagerte und verstörte Zuchtstute in einem dreckigen Verschlag ohne Fenster und Futter wieder. Jetzt will sie andere Pferdebesitzer warnen.

 Papierkrieg: Von der Marsch aus schaltete Birgit H. den Tierschutzverein, die Polizei und ihren Anwalt ein. Eine einstweilige Verfügung verhalf ihr zu ihrem Recht. 

"Seute Popp" voll im Futter: So gab die Haseldorferin ihre Holsteiner Stute Ende 2008 nach Helle im Landkreis Neuruppin.

"Ich bin wohl die Einzige, die unbeschadet da raus kam", sagt Birgit H. Erleichtert lachen kann sie noch nicht. Zu verwirrend und nervenaufreibend waren die vergangenen Wochen. Erst jetzt setzt für die 45-jährige Haseldorferin endlich die Erholungsphase ein: "Seute Popp" ist zurück. Zusammen mit einem Fernsehteam der Sat1-Sendung "Akte 09", zwei amtlichen Tierärztinnen und einem Gerichtsvollzieher konnte Heilmann ihre Holsteiner-Stute mit dem liebevollen plattdeutschen Namen befreien - offenbar nur kurz bevor das tagelang unauffindbare Tier ins Ausland verkauft werden sollte.

Dem verhinderten Verkäufer, Frank E. Aus Helle im brandenburgischen Landkreis Neuruppin, hatte die Haseldorferin ihr Pferd zuvor selbst anvertraut. "Ich wollte die Stute ursprünglich abgeben", erzählt H.. Auf eine Internet-Anzeige E.s hin, hatte sie mit ihm einen so genannten Mietvertrag für "Seute Popp" vereinbart. Dieser besagt, dass der Interessent das Zuchttier so lange bei sich behält, bis es tragend wird. Nimmt die Stute kein Fohlen auf, kann sie zurück gegeben werden. Dass Frank E. überhaupt versucht hat, "Seute Popp" decken zu lassen, daran hat H. berechtigte Zweifel.

"Stutzig geworden bin ich, als ich wiederum im Netz eine Suchmeldung gefunden habe", erinnert sich die Pferdebesitzerin. "Eine Frau vermisste ihren Haflinger, nachdem sie ihn auf einen Gnadenbrothof in Helle gegeben hatte." H. setzte sich mit der Hamburgerin in Verbindung. "Danach war mir klar: Auf E.s Hof verschwinden Pferde. Ich bin zusammengebrochen."

Verzweifelt machte sich Heilmann auf den Weg nach Brandenburg. Doch in Helle angekommen, traf sie lediglich auf E.s Ehefrau. "Sie sagte, dass auf dem Hof keine Pferde mehr stehen, und ging." Noch vor Ort bemühte sich H. um eine Klage wegen Unterschlagung.

Polizei-Pressesprecherin Bianca Krege von der Dienststelle Perleberg bestätigt das. Ein Haftbefehl gegen E. liege jedoch bisher noch nicht vor. "Weil teilweise zivilrechtliche, teilweise strafrechtliche Anschuldigungen bestehen, geht der Fall gerade an die Staatsanwaltschaft Neuruppin", so Krege.

Den Hof des zwielichtigen Pferde-Pensionärs "im Auge behalten" wird derweil das örtliche Veterinäramt. Die amtliche Tierärztin Birgit Klückmann war dabei, als "Seute Popp" befreit wurde. "Das Pferd stand in einem völlig dunklen Verschlag, höchstens sechs Quadratmeter groß ohne Fenster, ohne Futter und ohne Wasser. Das ist natürlich alles andere als artgerecht", so die Veterinärin. Zu bedenken sei aber, dass es sich im Fall dieses Tieres um eine Momentaufnahme handele. "Früher muss es auf dem Hof mal besser ausgesehen haben, schließlich haben die Leute ihre Pferde freiwillig dort untergestellt", so Klückmann.

Nachdem Frank E. zunächst vehement abgeblockt habe, konnte die Amtstierärztin mittlerweile telefonisch mit ihm sprechen. "E. will wohl keine Pferde mehr halten", sagt sie. Ob das stimmt, sei laut Klückmann allerdings fraglich. Denn es bestünde der Verdacht, dass E. ein Wiederholungstäter ist. Eine Haftstrafe wird ihn auch im schlimmsten Fall jedoch eher nicht erwartet. Meistens werden Taten wie diese auf Bewährung verhängt, heißt es von Seiten der Polizei.

Während "Seute Popp" in Moorrege langsam wieder hochgepäppelt wird, bleiben viele andere Pferdebesitzer in ganz Deutschland im Ungewissen. "Ich weiß von mindestens 80 Pferden, die in Helle verschwunden sind", so H.. Von der Kriop Perleberg erfuhr sie, dass wenigstens fünf davon illegal nach Belgien verkauf wurden. "Wichtig ist jetzt, dass jeder weiß, was in Helle passiert", sagt H. "Und dass möglichst viele Tiere wiedergefunden werden hoffe, ich natürlich sehr."

Ihre eigenen Stute will H. jetzt nicht mehr verkaufen. "Ich habe gelernt", sagt sie. "Wenn, dann kommt das Pferd höchstens noch zu Freunden oder jemandem, den ich richtig gut kenne." H.s größter Wunsch: "Dass sich 'Seute Popp' erholt und noch einmal Mutter werden kann."

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