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PRIGNITZ / BRANDENBURG
Entsetzen auf dem Pferdehof
04. März 2009 | von Thomas Bein

 Herzlos: Die Stallanlagen ohne Streu und Tageslicht gleichen einem Verlies.
Entsetzen gestern auf dem Hof einer Pferdepension in Helle. Der Betreiber soll ihm anvertraute Tiere illegal verkauft haben. Züchter und Pferdebesitzer sind wütend. Die Amtstierärztin spricht von katas trophalen Bedingungen in den Stallanlagen.

HELLE - Aufgeregt steht Birgit H. vor einem Hof in Helle in

der Gemeinde Groß Pankow. Mit ihr einige weitere Pferdeliebhaber und Besitzer. "Wir sind schon die ganze Nacht hier und belagern das Grundstück, um zu verhindern, dass die Pferde vom Schlachter abgeholt werden", sagt Andreas Hagenguth.

 Gerichtsvollzieher rettet Stute Soltepop Birgit H. ist nur eine von vielen, die um ihr Pferd fürchten. Sie hat die 14-jährige Stute Soltepop, was im hochdeutschen "Süße Puppe" bedeutet, hier in Pension gegeben. Als sie vor etwa zwei Wochen ihr Pferd sehen und anschließend mitnehmen wollte, wurde ihr das von Frank E., dem Betreiber der Pension, untersagt. "Ich habe Anzeige bei der hiesigen Polizei erstattet und meinen Anwalt beauftragt. Der hat eine einstweilige Verfügung beim Amtsgericht in Perleberg erwirkt und heute

rette ich mein Pferd mit Hilfe des Gerichtsvollziehers."

Ohne Tageslicht und ohne Futter In Tränen aufgelöst holt Birgit H. Minuten später ihre Stute aus einem Verließ. Anders kann man den etwa sechs Quadratmeter großen Stall nicht bezeichnen. Ohne Tageslicht, ohne Futter, ohne Wasser, ohne Einstreu stand das Tier völlig struppig und ausgemergelt in dem kleinen Stall. Als es ein Helfer ins Freie führt, wirkt Soltepop verstört. Der Gerichtsvollzieher kontrolliert das Brandzeichen und gibt das Pferd frei. "Ich bin so glücklich, dass ich sie wieder habe und vor allem, dass sie noch hier ist und lebt", sagt Birgit H., der noch immer Tränen übers Gesicht kullern.

Diese Freude kann Vera K. aus Flensburg nicht teilen. Sie hatte 13 Pferde in Helle in Pension gegeben. Acht sind nur noch da. "Es fehlen zwei hochtragende Schimmelstuten, eine mit Rheinischem Brandzeichen, die andere mit Hannoveranischem Brandzeichen. Außerdem eine hochtragende braune staatsprämierte Zuchtstute mit Oldenburger Brandzeichen und zwei Jungpferde", zählt die Züchterin auf.

Sie vermutet, dass die Pferde entweder zum Pferdemetzger gegangen sind oder aber illegal verkauft wurden. Ihre Tiere wurden auf dem Hof in einer großen Scheune gehalten, - ebenfalls ohne Einstreu, ohne

Futter, ohne Auslauf und ohne Tageslicht.

Andere Pferdebesitzer, die vor Ort sind, haben noch weniger Glück. Ihre Pferde sind nicht mehr hier. Über das Internet haben sich die Halter zusammengefunden und bemerkt, dass ihre Tiere scheinbar spurlos verschwinden. Die gestrige Aktion stimmten sie untereinander ab. "Mir hat er gesagt, dass er meinen Pferden ein Wurmmittel gegeben hat und die Tiere gestorben sind", erzählt eine junge Frau völlig aufgelöst. Anwohner im Ort berichten außerdem von regelmäßigen Tiertransporten, auch mit großen Lkw.

Frank E. soll nicht zum ersten Mal Pferde in großem Umfang aufgenommen und dann zum Schlachter verkauft haben. Bereits Ende der 90er Jahre soll er ähnliche Aktionen in Niedersachsen durchgeführt haben. "Wir schätzen, dass seit dem Jahr 2003 etwa 90 Pferde hier über diesen Heller Hof an die Pferdemetzger nach Frankreich verkauft worden sind", sagt Vera K.. Sie will Strafanzeige gegen E. stellen, denn die Tiere waren ihr Eigentum.

Saftige Weiden und heile Welt vorgegaukelt Warum aber haben Pferdeliebhaber und Züchter überhaupt ihre Tiere hierher gebracht? "Als ich mir die Stallungen und Weiden ansah, war alles in Ordnung. Große Ställe, neue Boxen, frisches Stroh, Futter, Möhren und weite, grüne Weiden", erzählt Vera K.. Jetzt weiß ich, dass das alles nur Show war. Er hat dieses Theater allen Leuten vorgespielt. Die Weiden, die er mir zeigte, gehören ihm wohl gar nicht", so Krüger.

Amtstierärztin Sabine Kramer macht sich selbst ein Bild von der Situation. "Von artgerechter Tierhaltung kann hier keine Rede sein. Wenn ich mir die Verfassung der Pferde anschaue, geht das seit einigen Wochen", sagt sie nach einer Besichtigung der Stallanlagen. Dunkelheit, fehlendes Futter und Wasser haben die Tiere schwer gezeichnet.

Keine amtliche Erlaubnis beantragt Bereits am zurückliegenden Wochenende sei eine ihrer Mit arbeiterinnen hier vor Ort gewesen. Aber auch ihr habe der Hofbesitzer eine heile Welt

vorgegaukelt, viele der Pferde in den engen Verließen gar nicht gezeigt. "Für uns ist relevant, dass man für die gewerbliche Haltung und den Handel mit Tieren eine Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz benötigt. Diese Erlaubnis war hier weder beantragt noch erteilt", erklärt Sabine Kramer.

Bei den betroffenen Pferdebesitzern schlagen die Emotionen hoch. Die einen wie Birgit H., sind froh, ihre Pferd retten zu können, andere wie Vera K. empfinden Wut und Hass. "Der Mann hat uns alle betrogen und die Zuchtarbeit vieler Jahre zerstört", sagt sie.

Der Eigentümer lässt sich auf seinem eigenen Grundstück nicht sehen. Beteiligte prüfen rechtliche Konsequenzen und Schadenersatz. Die Prignitzer Polizei bestätigt auf Anfrage, dass gegen den Mann Anzeigen wegen Unterschlagung vorliegen, einige außerhalb des Kreises erstattet wurden. Diese fordere die Kripo nun an. Einige der Anzeigen seien bereits an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

Quelle:
http://www.svz.de/lokales/prignitz/artikeldetails/article/208/entsetzen-auf-dem-pferdehof.html
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